WINTER 2011
 
Haßloch-Halbmarathon, 3.12.11
Silvesterlauf Frankfurt (10 km), 31.12.11
 
38. NIKOLAUS-VOLKSLAUF HASSLOCH, 3. Dezember 2011
(Halbmarathon)
Taten statt Worte
 
Haßloch war purer Zufall. Zwei Wochen nach dem Frankfurt-Marathon war ich am Fluß Nidda auf meinen ehemaligen Arbeitskollegen Heinrich gestoßen. Heinrich - selber Ironman - hatte mir von seiner geplanten Fahrt zu den alten Vereinskameraden in Haßloch erzählt, wo er jedes Jahr beim Volkslauf einen sozialen Einsatz als Nikolaus hat. Da Heinrich noch vier Plätze im Auto frei hatte, war die Einladung zum Halbmarathon in der Rheinpfalz perfekt gemacht. Partnerin Peanut und unsere Äthiopierin Haimanot hätten auch starten können. Haimanot mußte aber wegen einer Erkrankung des Vaters passen, und Peanut war nicht mehr in der Form, es bis zur Rückfahrt um 15 Uhr ins Ziel zu schaffen. Sie fuhr aber als Betreuerin, Fotografin und Kuchenkonsumentin mit. Als Dilemma stand ferner die Tatsache, daß ausgerechnet am Abend vor Haßloch die Weihnachtsfeier meines Vereins Spiridon Frankfurt über die Bühne ging. Aus diesem Anlaß hatte ich dem Frankfurter Schriftsteller Fischer eine Lesung aus seinem Krimi »Lauf in den Tod« arrangiert, die Spiridon-Führung hatte sie abgenickt - und nun konnte ich selber nicht an der Veranstaltung teilnehmen. Statt zu feiern wollte ich laufen. Keine Worte sondern Taten für einen neuen Morgen!
 
Nur für Haßloch hatte ich noch mal drei Wochen trainiert und enthaltsam gelebt. Zehn Tage vorm Kampf hatte dann aber ein komisches Ziehen im rechten Bauch eingesetzt, das mich äußerst beunruhigte. »Entweder ich falle tot um, oder brauch mir keine Sorgen mehr machen«, hatte ich am Tag vor Haßloch noch zu Peanut gesagt. Am Kampftag bimmelte das Telefon. Haimanot war an der Strippe - und wir bereits mit einem Fuß vorm Aufzug. Haimanot hatte sich jedoch nicht »aus dem Bauch heraus« zu einem Start entschieden, sondern wollte nur »Viel Glück für den Lauf« wünschen. (Die Ansage haben wir erst nach unsrer Heimkehr abgehört.) Heinrich hatte uns um 10.15 Uhr abgeholt und über die Autobahn 5 waren wir nach neunzig Minuten im zwischen Mannheim und Kaiserslautern - nahe der pfälzischen Weinmetropole Neustadt an der Weinstraße - gelegenen Großdorf Haßloch angelangt. (Am Ortseingang lief uns leider ein Hund vors Auto. Die Schreie steckten Peanut noch lange in den Gliedern...)
 
Mit dem Wetter stand es heute nicht zum Besten. Haßloch war grau, kühl und regnerisch. Es blies ein strammer Wind. Lausiges Fritz-Walter-Wetter sollten auch die »Roten Teufel« des FCK haben, die ab 15.30 Uhr dreißig Kilometer westwärts gegen die »Alte Dame« Hertha BSC antraten. Zu jener Zeit saß ich bereits wieder im warmen Kraftwagen. Dazwischen hatten drei Runden von je sieben Kilometern durch den Haßlocher Wald gelegen. Punkt 13 Uhr hatte der unter einer Nikolauskutte steckende Heiner die rund 350 versammelten Halbmarathonläufer in ihr Rennen geschossen. Vom Sportgelände des VfB führten glatte, in Trapezform angelegte Endlosschneisen durchs herbstdürre Gehölz im Süden Haßlochs. Gleich nach einem Kilometer rutschte ich aus den ersten Zehn. Der weitere Kampf verlief außergewöhnlich fair. Bei keinem Lauf zuvor hatte ich erlebt, daß sich Überrundete rechts hielten oder die Spur ohne Zuruf freigaben. Außer einer Luftblase war in meinem Leib alles ruhig geblieben, sodaß ich nach 1:24 Stunde auf der 18. Stelle ins Ziel lief. Eine Triathletin war schneller. In der Altersklasse (Zehn-Jahres-Wertung) hatte ich den 2. Platz und damit eine Flasche »
Dornfelder Rotwein« vom Wolfsbrunnen Bad Dürkheim abgestaubt. Der Gesamtsieger erhielt einen Präsentkorb einer Metzgerei. Neben dem schönen alten Ambiente der VfB-Halle blieb auch die Umkleide in Erinnerung. Es bedurfte hoher Unempflndlichkeit, sich als einer von 700 Sportlern auf 20 Quadratmetern präparieren und brausen zu wollen. Mindestens 50 bevölkerten den winzigen Raum - und immer mehr Hineindrängende machten ihn zu einem Irrenhaus.
 
Punkt 15 Uhr haben wir ohne Siegerehrung die Rückfahrt angetreten. Auf unsrem Weg lag auch die Gedenkstätte mit dem Todesort des Rennfahrers Bernd Rosemeyer. Leider gab die Zeit keinen Stopp her. Um 16.30 Uhr war die Operation »Haßloch« erfolgreich zu Ende geführt. Dank an Heinrich und Peanut für die Taten, und an Haimanot für die Hilfe in Gedanken.
 
 
ZAHLEN UND ZEITEN
 
Wetter:
bewölkt mit Sprühregen, 7ºC, dazu mäßiger bis frischer, in Böen starker Südwestwind mit Stärke 6 bis 7
 
Teilnehmer im Ziel:
685 (HM, 7 km, 600 m)
Halbmarathonläufer im Ziel: 342 (M: 271 / W: 71)
 
Männer
1. Mario Steiner (LLG Landstuhl) 1:16:50
2. Christian Dietzen (ASG Tria Hockenheim) 1:18:38
3. Thomas Weishaar (LC Donnersberg) 1:19:00
17. Kampfläufer Vitus (Spiridon Frankfurt) 1:24:24 (2. M50)
 
Frauen
1. Eva Katz (TV Hatzenbühl) 1:23:08
2. Beate Marhöfer-Moskopp (VLG Maximiliansau) 1:32:54
3. Isabella Bernhard (TSG Maxdorfi) 1:32:59
 
Ergebnisse

Leichtathletik-Club Haßloch
Kampfläufer Vitus, 5. Dezember 2011
(Bilder: Go4it, Vitus & Peanut)
 
33. SPIRIDON-SILVESTERLAUF FRANKFURT, 31.12.11
(10 km)
Keine Aktion mehr für das Weiße im Auge
 
Schlechte Gefühle, mangelhafte Verständigung, lädierte Muskeln, verseuchte Organe und völliger Formverlust führten zu unserem Verzicht auf die traditionell letzte gute Tat im Jahr - dem Silvesterlauf rund ums Frankfurter Waldstadion. Der 18jährige, für Eintracht Frankfurt gestartete Äthiopier Homiyu Tesfaye, siegte in 30:28 Minuten. Spiridons Senkrechtstarterin Uphoff entschied das Rennen der Frauen klar für sich. Die Startnummern 1758 und 1759 blieben unberührt.
 
 
ZAHLEN UND ZEITEN
 
Wetter:
regnerisch, 6ºC, schwach windig
 
Läufer im Ziel:
1735 (10 km, 4 km, 2 km, Sportwandern)
10-Kilometer-Läufer im Ziel: 1617 (M: 1156 / W: 461)
 
Männer
Kampfläufer Vitus (Spiridon Frankfurt): na
 
Frauen
Peanut (Spiridon Frankfurt): na
 
Ergebnisse

Championchip
Kampfläufer Vitus, 31. Dezember 2011