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3. KARLI KRIT Leipzig, 8. August 2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Prolog Am zweiten Sonnabend im August stand Leipzigs „KarLi“ (Karl-Liebknecht-Straße) zum inzwischen dritten Mal ganz im Zeichen des Sports: In den Morgenstunden fanden auf der endlos langen, von Kneipen, Läden und Cafés gesäumten Südmeile ein Fünf- und ein Zehn-Kilometer-Lauf statt; ab Mittag stiegen Radrennen. Die Wettkämpfe hießen „Karli Lauf“ und „Karli Krit“. Krit stand für Kriterium, ein Rennen mit Wertungssprints auf einer kurzen Rundstrecke. In den beiden Vorjahren fand parallel zu den Wettkämpfen auch ein Straßenfest statt. Diesjahr fiel es aus, weil es die Gelder, die der ausrichtende RSC Nordsachsen dafür bekam, leider nicht mehr gab. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| .:: DIE STRECKE ::. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Die Strecke war 850 Meter lang. Sie führte von der Karli durch eine knifflig enge Kurve über die leicht ansteigende Paul-Gruner-Straße, die rumpelige Bernhard-Göhring-Straße sowie die raserische Shakespearestraße mit viel Schwung zurück zum Startpunkt. Während die Läufer sechs oder zwölf Runden drehten, mussten die Kettenhunde zwischen fünf und fünfundvierzig Mal rum - rechts herum. Pro Rennen durften maximal siebzig auf die Straße. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| .:: DAS RENNEN ::. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Es gibt sehr gut durchgeführte Radrennen und nicht so gut aufgezogene. Und dann gibt es fürchterliche Rennen, wie etwa jenes im August in Leipzigs bunter Südvorstadt. Die dritte Ausgabe des „Karli Krit“ erwies sich als genauso anarchisch und chaotisch wie das „Radrennen Leipzig - Alte Messe“ und das „Ostra Crit“ in Dresden. Alle sind Läufe der aus sieben Runden bestehenden Rennserie REVOLUTION CRIT, die das Rennradfahren in Deutschland revolutionieren will. „Kurze, spektakuläre Radrennen durch die Straßenschluchten deutscher Innenstädte. Foodtrucks, Kommentatoren, Musik, Rennaction“, steht auf den Fahnen der Macher. Freunde und Zuschauer sollen einen echten Höhepunkt erleben, während die Fahrer vor Publikum ihr Kurven- und Sprinttalent zeigen können. In echt lauerte im Dschungel der Südvorstadt erstmal eine lästige Parkplatzsuche. Im Anschluß fehlten am Meldeschalter vorm „Bike Department Ost“ die Startnummern: Einer war mit dem Auto unterwegs - doch keiner wußte, wo... Das „Warmfahren“ im Stadtzentrum und über Brücken der Pleiße geriet zu einem Kamikaze zwischen Scherben, Ampeln, Lieferverkehr, alternativen Radlern, gereizten Autofahrern etc etc. Eine Stunde vorm Peng standen sich die Akteure vor der Anmeldung die Beine in den Bauch - und dann trafen Nummern und Transponder ein...... | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Erst um zwölf Uhr mittags, es war schon warm geworden, fand das Rennen der Masters 4 und Jugend statt. Wie stets fuhr jeder auf eigene Rechnung und Gefahr. Nach dem Schuß waren die jungen Dinger am schnellsten in voller Fahrt. Doch Überfahrer „Kelli“ Keller war in diesem Feld der Juvenilen absolut überlegen. Mit deutlichem Vorsprung bogen sie um die Kurven, größer und größer wurde mein Rückstand. Der aus Gummersbach angereiste Wellner stieg nach zwei Runden kopfschüttelnd von Rad, hatte keine Lust auf einen neuerlichen Sturz. Derweil der Kasselaner Schmelz gerade so einer Kollision erst mit dem Führungskrad, und später mit einem Zuschauer entging. Hinter dem in zwei Teile zerfallenen Feld kämpfte ich verzweifelt erst mit zwei Youngstern und später mit dem Westfalen Sparing und Markkleebergs Bethke um Anschluß. Doch drei Überrundungen konnten wir nicht verhindern. In der jetzigen Verfassung und mit dem aktuellen Material bin ich nicht konkurrenzfähig. Die ersten Drei durften auf der Ziellinie stehend Blumen in die Luft heben - nichts sonst! | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Epilog Weitere Ärgernisse schlossen sich an: Erst rückte der Kampfrichterwagen die dort verwahrten Rennlizenzen nicht raus. Und dann wurden keine Ergebnisse veröffentlicht - womit die dreißig Minuten für eventuelle Einsprüche verstrichen. Der leer ausgegangene „Grossi“ Großegger diskutierte bereits mit Rennleiter Scheibe - während ein Helfer die Fahrer auf den baldigen Aushang der Listen vertröstete. Keller, Kühnelt, Schmelz, Großegger, Keßler, Bosniatzki: alle warteten auf Godot. Eine weibliche Furie pflaumte den honorigen Kommissär Lohr angesichts der Disqualifikation ihrer Tochter an: „Sie vermitteln uns ein Gefühl des...“ (bleibt geheim). Fattigauer Bier aus dem angrenzenden Biomarkt half über die Marter. Nach anderthalb Stunden brach ich mit Peanut auf. Grossi schrieb mir anderntags „Immer noch kein richtiges Ergebnis gestern bis 18:00 fertig gewesen und Preisgeld nur bis zum 3. Platz.“ Sechs Tage nach den Wettkämpfen - als schon niemand mehr dran glaubte - wurden die Resultate veröffentlicht. Vitus, 11. August 2026, Bilder: Peanut | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| .:: ZAHLEN UND ZEITEN ::. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Wetter: sonnig, 24ºC, leichte Brise aus Ost (13 km/h) Typ: Kriterium Länge: 32 km Voranmeldungen: 214 Masters 2: 12, Masters 3: 11, Masters 4: 11, U19: 7, U17: 13, U15: 6, Weibliche Klassen: 16, Jedermann: 101, Jederfrau: 11, Fixie: 26 Im Ziel: 184 Masters 2: 12, Masters 3: 13, Masters 4: 9, U19: 6, U17: 15, U15: 9, Weibliche Klassen: 12, Jedermann: 96, Jederfrau: 7, Fixie: 5 Masters 4 Gemeldet: 11 Am Start: 11 Im Ziel: 9 1. Ralf Keller (RSG Muldental Grimma) 11 Pkt. 2. Harry Kühnelt (RSV Lutherstadt Wittenberg) 2 Pkt. 3. Bernd Schmelz (TSV Ippinghausen) 1 Pkt. 4. Marco Großegger (SC DHfK Leipzig) 5. Jens Keßler (RSV AC Leipzig) 6. Henry Schwarz (Picardellics Velo Team Dresden) 8. Mario Voland (Dresdner SC 1898) -3 Rd. Ergebnisse Rad-net | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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