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2. POCO WERNER FRÜHJAHRS-CUP Werne, 21. März 2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Prolog Der RSC Werne richtete diesjahr zum zweitenmal sein Rundstreckenrennen um den Cup des österreichischen Möbeldiscounters Poco aus. Es war Teil des Poco-Opening-Weekends, das am dritten Sonnabend im März in Werne an der Lippe startete und am Sonntag im benachbarten Olfen fortgeführt wurde. Der Renntag in Werne bildete dabei bewusst den Auftakt des Wochenendes im Münsterland: Die Erfahrungen aus dem Vorjahr sollten in die Orga 2026 einfließen: optimierte Abläufe, Einsatz von Führungsfahrzeugen und Zeiterfassung per Transponder, mit dem Ziel, den Fahrern früh in der Saison faire, sichere und anspruchsvolle Wettkämpfe zu bieten. Mit den beiden Renntagen an zwei Orten sollten zusätzliche sportliche Anreize gesetzt werden. Weit über 300 Rennfahrer kamen. Doch nicht alles ging letzten Endes gut... | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| .:: DIE VORBEREITUNG ::. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Nach einem grauen Januar hatte es im Februar fast jeden Tag geregnet oder geschneit. Bis zum Rennen im März hatte ich etwas über dreitausend Kilometer gefressen. Viele auf einem schweren Mountainbike entlang der Flüsse Nidda und Main, die meisten allein hinauf zum 880 Meter hohen Großen Feldberg und im Taunusgebirge. Die örtliche Sonntagsgruppe vom Oberurseler Rennradtreff stieg erst Anfang März ins Training ein. Damit kam ich auf lediglich drei von Guides geführte Gruppentrainings im 28er Schnitt zwischen 110 und 130 Kilometer durch die wellige Wetterau. Der zurückliegende Herbst und Winter war gespickt von Eskapaden, baumelnder Seele und Fragen nach dem Sinn. Als Trainingsbeispiel die Woche vom 9. bis 15. März: Mo.: 23 km Offroad durch Felder vor Frankfurt Di.: 81 km mit 1435 Höhenmetern im Taunus, darunter der „Mammolshainer Stich“ und Billtalhöhe Mi.: 21 km Offroad an der Nidda Do.: 69 km im Taunus Fr.: 66 km im Taunus Sa.: 18 km Offroad an der Nidda So.: 131 km mit dem Oberurseler Rennradtreff durch die Wetterau (1072 hm, 29er Schnitt) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| .:: DIE STRECKE ::. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Die zwischen Werne und Stockum gelegene, von Feldern, der Autobahn 1 und dem Fluß Lippe eingerahmte Rennstrecke führte über die Wirtschaftswege An der Wiebecke, Burbankstraße, Schwartekamp, Fährenkampweg, Hagenrain und Grote Dahlweg - allesamt drei Meter schmal und völlig flach. Je nach Rennklasse variierte die Anzahl des zu absolvierenden 2,7 Kilometer langen Rechtecks, so daß sich Distanzen zwischen 11 Kilometer bei den Schülern, über 41 Kilometer bei den Masters und 69 im Rennen der Elite ergaben. Ackerland ist dem Wind preisgegeben. Wird er blasen? Weht er stark, kann das zu Windkanten führen und das Feld auseinanderreißen. Bleibt es ruhig, sind die Sprinter in ihrem Element. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| .:: DAS RENNEN ::. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Ich hatte überhaupt keine Ahnung, wo ich stehe. Und dann sollte gleich das erste Kräftemessen für Peanut und mich ein Härtefall werden. In aller Frühe um vier Uhr aufgestanden, hatten wir kurz nach sechs den Rauhreif vom Auto gekratzt, und waren auf dem Weg von Frankfurt in Richtung Nordwesten. Kurz vor neun wurden wir von den mückengeplagten Tümpeln und den drei himmelhohen Kühltürmen des Kraftwerks Stockum begrüßt. Die Sportanlage am anderen Ende der Stadt wimmelte vor Menschen. Das Radrennen und ein Tennisturnier im selben Ort fielen zusammen. Konnte das ein dummer Zufall sein? Wie vor einem Jahr lachte zwar die Sonne über Westfalen, aber mit Werten knapp über Null war es erneut bitterkalt. Diesmal trug ich neben einer Helmmütze und langen Handschuhen, drei Trikots und zwei Hosen. In puncto Material hatte ich zwar aufgerüstet, thronte auf einer High-End-Madonna namens TREK MADONE, schleppte andererseits aber eine Wampe von sechs Pfund mit mir herum. Nach drei Aufwärmrunden war am Ende der neunten Stunde der Startblock bezogen. Dort spielte der Sprecher eine miese Rolle. Erst mahnte er angesichts vieler und schwerer Stürze beim Herforder Frühjahrspreis um Vorsicht und die Eigenverantwortung der Fahrer. Dann stiftete er Wirrnis mit der Durchsage, daß - entgegen der Ausschreibung - alle drei Mastersklassen gemeinsam gewertet würden. Und in der Minute vorm Start brachte er die Aufstellung im Block durcheinander. Demnach sollten die 13 Jugendlichen den 41 Mastersfahrern den Vortritt lassen, und die Lokalmatadore aus Werne den Platz an der Sonne genießen. Damit musste sich die Meute auf den letzten Drücker komplett neu positionieren! | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Mit leichtem Verzug fiel um zehn der Peng - und ehe ich über der Startlinie war, passierte ein Malheur: Der Soester Merchel hing sich am Vordermann auf, torkelte, stürzte zu Boden, und brachte mich um ein Haar zu Fall. Mit der Folge einer Lücke von fünfzig Metern zum Fahrerfeld. Willkommen ganz unten! Ich versuchte es mit allen Kräften, doch vom ersten Meter an wurde geballert. Das vom Team Marx Städter-Bikescheune angeschlagene Tempo blieb durchweg hoch, die Fahrer waren beim Saisonbeginn hungrig und enthusiastisch unterwegs, und überdies sorgten die vier Altersgruppen für ein beachtliches Fahrerfeld. Gefahr war allemal in Verzug! Nach einem Kilometer war ich blitzeblau, schoß die Milchsäure bis unters Dach, war das Rennen für mich verloren. In der dritten von achtzehn Runden hatte sich das Peloton in seine Einzelteile zerlegt. Mehrmals focht ich einen zermürbenden Kampf um Anschluß. Wenige Meter fehlten zum vor mir pedalierenden Dauerrivalen Großegger. Doch angesichts der verschiedenen Altersklassen und unterschiedlichen Interessen wollte niemand wirklich mit mir zusammenarbeiten. In Runde acht näherte sich erstmals das wild und hektisch hupende Führungsfahrzeug von hinten an. Im weiteren Verlauf musste ich eine weitere Überrundung durch die Spitze der jüngeren Masters über mich ergehen lassen. In der Endphase zeigte mir der Wuppertaler Wellner als Feind des Vorjahres einmal das Hinterrad. Doch über allem stand der frisch in die Masters 4 aufgestiegene, und damit fünf Jahre jüngere Gütersloher Brune, gegen den weder der ehemals dopinggesperrte Baumgarten noch der niederländische Mastersweltmeister Paffen den Hauch einer Chance hatten. Die Gegner werden jünger, die Luft immer dünner, Kopf und Wille schwächer, die Gelüste immer größer. Das ist der Lauf der Natur! Die NADA hattes sich nicht blicken lassen. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Finale Nach kurzen Unterhaltungen mit dem Fünften der Masters, dem Westfalen Ritterbach, dem wiedererstarkten „Grossi“ Großegger, sowie der im Wohnmobil angereisten, kleinen Mannschaft des SC DHfK Leipzig mit den erstplatzierten Jugendfahrern Bosniatzki und Mauersberger (der Sieger erbeutete 80 Euro Preisgeld!), haben wir uns auf den Heimweg gemacht. Der in ein Wartehäuschen gemalte Schriftzug SCP-FOTZEN war nach der heutigen, ungerechten 2:1-Niederlage von Dynamo Dresden beim offenkundig verhassten SC Paderborn Programm. Nicht nur die Autobahn nördlich von Dortmund stand beim Heimspiel der Borussia gegen den Hamburger SV (3:2) voller Blech. Mit der besten Seele der Welt, der alles mit stoischer GELASSENHEIT, BESCHEIDENHEIT und DEMUT ertragenden Peanut an meiner Seite, kehrte ich am frühen Abend zurück nach Frankfurt. Ich hatte im Rennen wieder derart gefroren, daß meine Trikots noch nichtmal angeschwitzt waren. Vitus, 25. März 2026, Bilder: Peanut | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| .:: ZAHLEN UND ZEITEN ::. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Wetter: sonnig, 5ºC, leiser Luftzug aus Nordost (7 km/h) Typ: Rundstreckenrennen Länge: 41 km Am Start: 312 CT+Elite-Amateure: 63, Amateure: 55, Masters 2+3: 38, Masters 4: 13, U19: 25, U17: 13, U15: 17, U13: 13. U11: 10, Weibliche Klassen: 31, Hobby: 28, Fette Reifen: 6 Im Ziel: 302 CT+Elite-Amateure: 61, Amateure: 52, Masters 2+3: 38, Masters 4: 13, U19: 22, U17: 13, U15: 17, U13: 13. U11: 10, Weibliche Klassen: 29, Hobby: 28, Fette Reifen: 6 Masters 4 Meldungen: 13 Am Start: 13 Im Ziel: 13 1. Bernd Brune (RSV Gütersloh 1931) 51:46 2. Toralf Baumgarten (RSV Osterweddingen) +0:45 3. Ron Paffen (Cycling Team Limburg, Niederlande) +1:45 4. Vitktor Slavik (Melsunger TG 1861) +4:10 5. Markus Wellner (RC Musketier Wuppertal) +4:54 6. David Azizi (RRV Hameln) +4:55 10. Mario Voland (Dresdner SC 1898) +8:29 Ergebnisse Rad-Net | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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