VOODOO KONG, THE BEAT LOSERS
D-Frankfurt am Main, Dreikönigskeller - 9. Mai 2008
{+} „Wie isses mit Trinken?“ - „Ein Kasten pro Band.“ Dieser Dialog zwischen einem der Musiker und dem Schankburschen war am heutigen Freitag von elementarer Bedeutung. Vierzig Surfer, Punker und Rocknroller waren in den kleinen Keller in der Färberstraße 73 im Sachsenhäuser Brückenviertel gekommen, um bei guter Laune und noch mehr Bier und Ebbelwei die selbsternannten „Tyrants of Trash“ zu erleben. Für sechs Piepen und als „Nicht zustande gekommen“ abgestempelt, war ich mit meiner Holden gegen halb zehn dazugestoßen - in den Kreis der exquisiten Ü30er, der schlau Aussehenden und der auf der Sonnenseite des Lebens stehenden Freidenker. Manch´ einer war schon nicht mehr ganz nüchtern...
... als endlich (22.33 Uhr) die ersten Liveakkorde ertönten. Keith Richards lebt! Wenn es einen deutschen Doppelgänger des Stones-Gitarristen gibt, dann Jet Jaguar, den unter einer Affenmaske steckenden Frontmann von THE BEAT LOSERS. Das war es aber auch mit den Gemeinsamkeiten. Denn für Mainstream hatten die Beatlosers nichts übrig. „Garage House, christlicher Rap und Comedy“ waren es, die sich das Trio aus der Domstadt Limburg zwinkernd auf den Allerwertesten geklebt hatte. Der Klub unter der Erde Sachsenhausens wurde mit einem Feuerwerk aus blubberndem Rockabilly, wildem Psychobilly und schnurrigem Garagenrock im Stile der Sechziger bedacht. Fuzzgitarren paarten sich mit roh rumpelnden Trommeln, dazu schrie der Alpha-Affe irgendwelche unheiligen Weibergeschichten ins Mikro. Wenngleich ohne tieferen Sinn, so waren die vierzig Minuten mit den Beatlosers zumindest nicht von ganz schlechten Eltern. Das hittige „Do The Monkey“ besiegelte diese absolut untergrundige Darbietung.
Der Umbau war kurz. Respektive: Es gab gar keinen. Denn zwei der Beatlosers - der King Seesar vom Bass, sowie der maskierte Jet Jaguar - standen auch bei VOODOO KONG auf den Brettern. Wobei der Jaguar seine Sechssaitige gegen zwei Trommelknüppel eingetauscht hatte. Auch wurde die Geschwindigkeit nun merklich gedrosselt. Bis dann - zu aller Erstaunen - ein dritter Mann, der Voodookong, auf dem Podest erschien, um zusätzlich eine Sechssaitige und das Mikro samt darunter baumelndem Handzettel zu malträtieren. Sehr merkwürdig! Brütender Boogie und drückender Blues, schwarze Rhythmen und obskurmagischer Soul, rollende Saiten und schräge Stimmen groovten fortan durch den Keller der drei Könige. Mainhattan atmete Mississippi-Bayou. Und ja: Es ging um Girls, um Monsterprimaten, einsame Cowboys, und - um Girls, Girls, Girls. Der Voodoo um die Monkeymänner war von kurzer und knackiger Dauer: Er währte 36 Minuten.
 
Kurz vor der Geisterstunde war diese vorpfingstliche Nacht für uns schöngetrunken. Der Kelch DJ Party mit Sixties, Soul und Garage ging an uns vorbei.
 
 

Text und Bilder: Heiliger Vitus, 12. Mai 2008
.:: ABSPIELLISTEN ::.
 
THE BEAT LOSERS
(22.33-23.13)
1. Bacon Fat
2. The Girl Can´t Dance
3. You Need Love
4. New Kind of Kick
5. The Witch
6. Waiting for My Girl
7. The Hustler
8. Queen of the Night
9. Digit...
10. Super...
11. Do The Monkey
 
VOODOO KONG
(23.14-23.50)
Intro
1. Lippstick Girl
2. Lonesome Cowboy
3. Hey Girl
4. Devil Knee
5. Scream
6. Girl of My Dreams - In the Night
7. Mr. Boogie
8. Who Put the Voodoo on Me?
9. Hair Cut
10. Voodoodance
11. Sluts - If You Decide You Leave Me
12. Hi Boys - See that Girls
13. Monkey Man