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5. GROßER STRAßENPREIS DER SPARKASSE SÜDPFALZ Hatzenbühl, 14. Juni 2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Prolog Nach langen Wochen ohne ein einziges Rennen, und Training immer nur mutterseelenallein auf den immer gleichen Straßen, versuchte ich, in den Sattel zurückzukehren und im Radrennparadies Pfalz eines der letzten Kapitel in diesem Leben zu rettten. Indes die Zeichen in der fernen Heimat Dresden auf Abschied standen. Daran trug auch die sportliche Leitung Schuld. Anstatt anzuleiten, überließ sie die Fahrer seit langer Zeit sich selbst und trug so zum Zerfall bei. Von den quälenden Sorgen des Lebens und mangelnder Disziplin gar nicht zu reden. Eigentlich konnte ich nur voller Pessimismus in die Pfalz fahren. Doch ich musste mir die Kante mit den alten Kämpfen geben. Es war ein innerer Befehl! Der ausrichtende Radfahrerverein „Rosalia 1908“ Hatzenbühl unterdes, durfte sich über mehr als zweihundert Fahrer freuen. Im Rennen der Elite-Amateure über 100 Kilometer kamen vierzig ins Ziel. Mitorganisator Trauth stand heute als Kampfrichter auf dem Jurywagen - um zwischendrin Zwölfter im Rennen der Masters 3 zu werden. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| .:: DIE STRECKE ::. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Der Landstrich im Norden des Bienwalds und links des Oberrheins ist brettflach. Auf der Runde sollten höchstens Windkanten auf dem Weg durch die Felder von Deutschlands ältester Tabakbau-Gemeinde dafür sorgen, daß die Fahrer Stress bekommen. Oder Ausreißer, die gestellt werden müssen. Von der Luitpoldstraße ging es über die Lindenstraße und den Feldweg Am Bildstöckel zurück auf die Luitpoldstraße. Eine Runde hatte zwei Kilometer, die Masters mussten zwanzig Mal rum. Die Zielgerade war sechshundert Meter lang und zehn Meter breit - genug Platz für ein spannendes Finale im Modus Endsieg! | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| .:: DAS RENNEN ::. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Hatzenbühl zum Dritten. Bei einem Start morgens um neun war Aufstehen im Dunkeln angesagt. Nach maximal drei Stunden mit Gewalt erkämpfter Nachtruhe erschallte kurz nach vier der Wecker. Peanut kutschierte mich hin. Nach anderthalb Stunden über leere Autobahnen trafen wir kurz vor acht im Schauplatz ein. Da erwachte die Anmeldung gerade aus ihrem Dornröschenschlaf. Der Badenser Kairies gesellte sich zur Schlange, und bestätigte mir die dreijährige Dopingsperre des letztjährigen Gesamtzweiten aller deutschen Mastersfahrer. Heute war die NADA jedoch nicht zugegen. Zum Warmfahren blieben mir dreißig Minuten - das erste Rennfeeling seit drei Wochen... | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Zwanzig Mastersfahrer aus dem Südwesten standen fünf Elitefrauen gegenüber. Wie immer in Hatzenbühl war der Startblock in die breite Luitpoldstraße gelegt. Damit wurden Rempeleien die vor der ersten Kurve stets zu beobachten sind, weitgehend ausgeschaltet. Als das Startkommando ertönte, begann die Frontreihe im Sprintertempo. Vier Runden wurden mit Vollgas und pausenlosen Positionskämpfen zurückgelegt, die leicht abfallende und sehr rumpelige Zielgerade dabei mit Geschwindigkeiten über fünfundfünfzig Stukis. Ein halbes Dutzend, darunter Kairies, verabschiedete sich. Auch mir blieb die Luft weg. Doch nach dem ersten Prämiensprint in Runde fünf lief alles wieder zusammen, hatten sich meine Pumpe und Lunge entfaltet, hetzte ich weiter auf dem schmalen Grat zwischen Sinn und Wahnsinn. Noch immer bildeten zwanzig Fahrer einen geballten Klumpen. Erst als Beideck, Schlude und Olympia-Eisschnelläufer Eminger davonzogen, und Gericke und Antoni zur Rennmitte wütende Angriffe setzten, zog sich das Feld wieder weit auseinander. Gericke und Antoni (der eine Ex-Deutscher Meister, der andere pfälzischer Kannibale) mussten weichen. Während das Spitzentrio die gesamte Meute zu verschlingen drohte... Und so ging es in die Schlußphase. Sechzehn gingen in die letzte Kurve. Schon hier - die Zielgerade war sechshundert Meter lang - begann der Endspurt. In der Hitze des Gefechts hätten sich Kairies und Daicsak um Haaresbreite verhakt und einen verheerenden Sturz verursacht. Antoni machte im Spurt nicht den stärksten Eindruck und rangierte direkt vor mir. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Epilog Der Nachhall brachte Unterhaltungen mit Kairies, Mohr, dem schrägen Franzosen und Wahlportugiesen Olaio sowie Antoni. Der ums Podium gebrachte Sieggewohnte zeigte sich insofern versöhnt, daß er „das Treppchen denen verwehren konnte, die es nicht verdient hatten“. Hier schienen Rivalitäten zu brodeln... Kurioserweise wurden die Ersten vor Aushang der Ergebnislisten geehrt. Listen schienen niemand zu interessieren, auch nicht zwecks Protest oder Preisgeld. Erst nach Frage im Meldebüro und am WA-Wagen wurde ein zufällig auftauchender alter Herr aktiv und beschaffte die heißbegehrten Klassements. Nach drei glücklichen Renntagen musste ich die Heimfahrt mit einem verheerenden fünfzehnten Platz antreten. Kein Umschlag mit Scheinchen für meine treue Seele Peanut, kein Blümlein, kein Endorphin, nichts. Doch die Gefühle stimmten... Zum frühen Mittag um zwölf waren wir zurück in Frankfurt. Vitus, Bilder: Peanut, 15. Juni 2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| .:: ZAHLEN UND ZEITEN ::. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Wetter: sonnig, 17ºC, schwache Brise aus Süd (6 km/h) Typ: Rundstreckenrennen Länge: 40 km Im Ziel: 192 CT und Elite-Amateure: 40, Amateure: 22, Masters 2: 18, Masters 3: 23, Masters 4: 17, U19: 5, U17: 20, U15: 14, U13: 13, U11: 14, Weibliche Klassen: 6 Masters 4 Meldungen: 21 Am Start: 20 Im Ziel: 17 1. Harald Beideck (RSV Concordia Forchheim) 56:23 2. Richard Schlude (RV Pfeil Magstadt) +0:01 3. Christian Eminger (RB Brügg, Schweiz) 4. Heiko Gericke (RSC Kempten) +1:34 5. Alexander Mohr (RSV Schwalbe Ellmendingen) +1:37 6. Matthias Lang (RSC Schönaich) +2:05 15. Mario Voland (Dresdner SC 1898) +3:38 Ergebnisse Rad-Net | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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