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OFFENE LANDESMEISTERSCHAFT BERGFAHREN SACHSEN 26. BERGFAHREN AM CZORNEBOH Cunewalde, 20. Juni 2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Prolog SONNENWENDE auf dem CZORNEBOH: Diese Konstellation schien zu mystisch, um wahr zu sein. Doch der RSV Bautzen richtete sein Bergrennen erstmals zum Mittsommer aus. Um den Czorneboh am Lausitzer Bergland ranken sich Mythen und Sagen. Unter „Zcerneboch“, was auf Slawisch „Schwarzer Gott“ bedeutet, verstand man ursprünglich den Gott des Unglücks. Eine Steingruppe auf dem Gipfel wird als Orakelort gedeutet; Altäre, Fackelhalter und Opferbecken wurden darin vermutet; Überreste slawischer Burgwälle im Czorneboh gefunden. Sagen erzählen von Koboldkammern und Teufelsfenstern. Unter den Namen „Projekt Teufelskanzel“ und „Sonnengötter der Oberlausitz“ wurden Forschungen im Czorneboh durchgeführt. Und heute pilgerten Rennfahrer, Funktionäre und Betreuer zum Schwarzen Gott im tiefsten Sachsen. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| .:: DIE STRECKE ::. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Der Weg zum Gipfel war 4,3 Kilometer lang, hatte 268 Höhenmeter und verlief auf durchgehend schmalem Asphalt. Vom Betonwerk Schuster auf der Südseite des Bergs (286 Meter über N.N.) schlängelte sich der Streitbuschweg zuerst durch dichten Wald nordwärts über drei ruppige Rampen zur Bergschulter. Am Löbauer Weg ging es links weg und anderthalb Kilometer westwärts durch eine kurze Senke, und über zwei weitere Knüppel bis unter die Bergbaude auf 556 Meter Höhe. Die steilste Stelle hatte 17 Prozent Steigung. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| .:: DAS RENNEN ::. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Im Unterschied zu den Vorjahren reiste ich diesmal nicht im Bus des Dresdner SC, sondern gemütlich mit meiner Kirsche zum „Schleifberg“ hinter Bautzen. Halb sieben ging´s los, und nach einem guten Stündlein waren wir „South of Heaven“. Neben dem längsten Tag brachte die Sommersonnenwende zugleich den heißesten Tag des Jahres. Der Deutsche Wetterdienst hatte für die Landkreise Bautzen und Görlitz die zweithöchste Gefahrenstufe ausgerufen. Es bestand Lebensgefahr durch Blitze; vor heftigem Regen, Hagel und umstürzenden Bäumen wurde gewarnt. Straßen konnten überflutet werden. Hohe Ozonwerte verboten körperliche Belastungen im Freien. Aus dem Kreis der Favoriten verabschiedeten sich Kiefl und Schwarz indes krankheitsbedingt oder mit chronischem Formverlust... derweil sich mein Komplize Robert zwar angemeldet - dann jedoch eine „ruhige Trainingsrunde“ mit seinem neuen Wahoo-Gerät gedreht hatte. Erneut durften bei den Sachsenmeisterschaften auch Fahrer aus anderen Ländern starten. Da kam ein großes Problem auf... Die Rennen entschieden sich nach ZWEI MASSENSTARTs. Demnach qualifizierten sich die jeweils besten Zehn des Vorlaufs für das Finale. Den Auftakt machte um 9 Uhr das Minirudel der Amateure und Junioren. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Nachdem eine Kommissärin die Anwesenheit der Akteure per Aufruf ermittelt hatte, erschallte mit leichtem Verzug um 9 Uhr 15 die Trillerpfeife für den VORLAUF der zwölf Masters. Nach einem undefinierbaren Leistungsverlust beim Rundstreckenrennen in der Südpfalz, dazu mit der Statur eines kleinen Bullen, machte ich mir keine große Hoffnung, ausgerechnet beim Bergfahren strahlen zu können - abgesehen vom Kampf ums Treppchen schien ein Triumph in weiter Ferne. Beim flachen Aufgalopp hatte ich alles im Griff. Und auch als Dauersieger Schmidt in der ersten Rampe beherzt attackierte und auf und davon zog, ließ ich mich nicht aus der Ruhe bringen. Ich achtete darauf, meinen Rhythmus beizubehalten und die Nerven nicht zu verlieren - musste aber bald feststellen, daß nichts mehr war, wie es war. Erst kletterte der stets von mir geschlagene Chemnitzer Kluge, und wenig später der unbekannte Berliner Schubert an mir vorbei. Die übrigen dreieinhalb Kilometer zum Dach des Czorneboh erlebte ich als Golgathaweg durch brutale Hitze und Dürre. Mit brennenden Lungen und stumpfen Geschützen verlor ich Minute um Minute, weil ich heute in einer und in eine andere Welt fuhr. Das zur Transformation von Luft zu Kraft dringend notwendige rote Blut scheint versiegt! 890 Watt zeichnet mein Lord Garmin in den schweren Rampen im Feldberg (Taunus) auf. Heute im Czorneboh waren es läppische 640. 6:35 Minuten lag Schmidt nach dem ersten Durchgang vor mir. Bis zum Dritten der Gesamtwertung fehlten knapp zwei Minuten. Unter normalen Bedingungen und ohne Defekt, lässt sich der Gegner diesen Vorsprung nicht nehmen. Ein nach mir gestarter Jugendfahrer sank erschöpft rücklings zu Boden. Ein anderer sorgte sich: „Lebt der noch?“ Alles war auf der letzten Speiche! In der RENNPAUSE ab 10 Uhr leitete ein Führungskrad die gemeinsame Abfahrt vom Berg auf einer neun Kilometer langen Route über die Ostflanke zum Start des zweiten Laufs in Cunewalde. Im Tal stand die Suche nach Schatten und etwas zum Trinken über allem. Was auch immer ich mir in den Schlund schüttete war ruckzuck verdampft. Anderthalb Stunden waren in dem Backofen durchzustehen. Das FINALE der Masters stieg um 11 Uhr 35 und ähnelte dem Vorlauf. Doch diesmal kurbelten Schmidt, Kluge und Schubert gleich in der ersten Rampe unwiderstehlich davon. Da half auch ein im Vergleich zum Vorlauf um zwölf Sekunden schnellerer zweiter Durchgang nichts. Der Schlußanstieg brachte die totale Vernichtung: Drei der fünf Minuten nach uns gestarteten Damen überholten mich. Ich war des Kämpfens längst müde. 12:55 Minuten lag der Venusberger Schmidt, ein echter Kletterer, am Ende vor mir. Satte sieben betrug der Rückstand zum Gesamtdritten. Mit anderen Worten: Die ersten Drei konnten es sich leisten, auf dem Berggipfel ein Bier zu trinken, ohne von mir eingeholt zu werden. Das waren die MÖRDERISCHSTEN 8,6 Kilometer meines Lebens. An diesem Tag kam alles zusammen: die Hitze, das Ozon, schweres Rennrad. Die Addition beider Läufe ergab eine Endzeit von 40:39 Minuten und lag damit exorbitante zehn (!) Minuten über meiner Bestzeit vor zwei Jahren. BRONZE in der Landesmeisterschaft für dieses Desaster: Es war blanker Hohn! | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Finale DSC-Chef Gottschlag hatte meinem Mädel im Anschluß ans letzte Rennen die Mitnahme im Vereinsbus hinauf zum Czorneboh angeboten. Oben im urwüchsigen Biergarten der Bergbaude erfolgten ab halb eins die Siegerehrungen. Dabei wurden die ersten Drei der Gesamtwertung gemeinsam mit den ersten Drei der Landesmeisterschaft ausgezeichnet. So ergab sich das UNWÜRDIGE Bild, daß manche der schnellsten Sachsen nicht auf, sondern neben (!) dem Podest standen (und vom Kommissär zur Abnahme ihrer Podiumskappen oder Helme genötigt wurden!). Als Unsymphat entpuppte sich auch der Drittplatzierte aus Berlin, ein knurriger Preuße, der sich als Einzelunternehmer keine Sturzverletzung leisten kann, und deshalb nur angstfreie Zeit- oder Bergfahren bestreitet. Dennoch hatten Peanut und ich eine schöne Zeit mit den Westsachsen Kluge, Philipp, Schmidt und Jahn. die viel von ihrer weichen, menschlichen Seite zeigten. Der in Plauen lebende Jahn war von 1981 bis zur Wende für die Staatsprofis der SG Wismut Gera gefahren. Zu seinen Clubkameraden zählten keine Geringeren als Olaf Ludwig (Spitzname „Geo“), Thomas „Bauer“ Barth und Gerald Mortag. Jahn selbst war getreu ihrer Berufe der „Hutmacher“. Nach so viel Glück war mein Kopf etwas durcheinander und nahm im Wald des Czorneboh die verkehrte Abfahrt ins Tal... gelangte aber rechtzeitig zum Parkplatz am Schützenplatz in Cunewalde - und damit zu meinem im DSC-Bus hinuntergegondelten Mädel. Peanut gestand später: „Jetzt habe ich deinen Berg gesehen. Ich würde mich nicht hochtrauen. Ich würde hoch schieben - und runter schieben.“ Danke Betreuer Stefan Gottschlag Die Jungs aus Westsachsen Peanut Vitus, 21 Juni 2026 (Sonnenwende), Bilder: Peanut | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| .:: ZAHLEN UND ZEITEN ::. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Wetter: sonnig, 24 bis 41ºC, leichte Brise aus Ostsüdost (11 km/h) Typ: Bergfahren Länge: 2 x 4,3 km Voranmeldungen: 113 Elite-Amateure: 4, Masters 2: 5, Masters 3: 4, Masters 4: 5, U19: 6, U17: 19, U15: 11, U13: 15, U11: 11, Weibliche Klassen: 20, Hobby: 10, Fette Reifen: 3 Im Ziel: 114 Elite-Amateure: 5, Masters 2: 3, Masters 3: 4, Masters 4: 5, U19: 6, U17: 18, U15: 11, U13: 13, U11: 11, Weibliche Klassen: 21, Hobby: 13, Fette Reifen: 4 Masters 4 Meldungen: 5 Am Start: 5 Im Ziel: 5 1. Karsten Schmidt (RSV 54 Venusberg) 27:43 2. Andreas Kluge (Chemnitzer PSV) 31:19 3. Andreas Schubert (Svg. Zehlendorfer Eichhörnchen) 33:34 4. Mario Voland (Dresdner SC 1898) 40:39 5. Mathias Jahn (SV Sachsen 90 Werdau) 48:43 Masters 4 / Landesmeisterschaft Sachsen Meldungen: 4 Am Start: 4 Im Ziel: 4 1. Karsten Schmidt (RSV 54 Venusberg) 27:43 2. Andreas Kluge (Chemnitzer PSV) 31:19 3. Mario Voland (Dresdner SC 1898) 40:39 4. Mathias Jahn (SV Sachsen 90 Werdau) 48:43 Ergebnisse Rad-Net | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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