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PREIS DER RSG BUCHENAU Breidenbach, 19. April 2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Prolog Während in Belgien die Ardennenwoche schon Geschichte war, und in den Niederlanden heute mit dem Bierrennen ums Amstel Gold bereits das nächste Monument stieg, starteten Mitte April in Dautphetal nun auch Hessens Rennfahrer in die Straßensaison. Macher war erneut die RSG Buchenau um den jungen Rennwart Bastian Jäckel. Doch nach einem sonnigen, wonnigen dritten Samstag im April hatte der Wetterdienst ausgerechnet für die Nacht und den Morgen des Renntags Regen und einen Temperatursturz um zehn Grad vorhergesagt. Ein FLUCH! Meine Trainingsgruppe in Frankfurt sagte ihren langen Kanten am Samstagabend wetterbedingt ab. Etliche verzichteten auch auf ihren Start in Breidenbach. Trotz mieser Vorzeichen zeigten dennoch einhundertsiebzig Lust... | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| .:: DIE STRECKE ::. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Die Runde im Gewerbegebiet Kleingladenbach führte über die nach angrenzenden Handwerksbetrieben benannten Sattler-, Schreiner-, Schlosser-, Former- und Maurerstraße zum fünfhundert Meter langen Zielberg aus Schuster- und Sattlerstraße. Sie alle waren breit, jedoch teils von Schlaglöchern und Schleusendeckeln gespickt, und außer dem starken Gefälle in der Maurerstraße ansteigend. De facto waren pro Durchgang „nur“ drei giftige Anstiege mit insgesamt 33 Höhenmetern zu überwinden - gefühlt ging es aber nur bergauf. Unterm Strich waren es für die Masters 4 660 Höhenmeter - achtzig mehr als der Anstieg über die „Kanonenstraße“ hinauf zum Feldberg im Taunus! Je nach Rennen variierte die zwei Kilometer lange Achterbahn, sodaß es über Distanzen von zehn Kilometer bei den Schülern bis siebzig Kilometer im Kampf der Elite ging. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| .:: DAS RENNEN ::. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Die Pfingstrennen im Nachbarkaff Dautphe mitgezählt, gondelte Peanut mit mir inzwischen zum vierten Mal ins Hessische Hinterland. Und jedes Mal verirrten wir uns in den dortigen Wäldern und Wiesen. Erschwert wurde unser heutiger Ausflug ins Dreieck zwischen Siegen, Marburg und Dillenburg durch Petrus, der die Autobahn zwischen Frankfurt und Gießen mit sintflutartigen Niederschlägen in eine Seenlandschaft verwandelte. Glück hatten wir in puncto Treibstoff: Tags zuvor war die Straße von Hormus freigegeben worden und mit Öffnung des Persischen Golfs der Diesel auf knapp über zwei Euro gefallen. Mit 95 Euro im Tank trafen wir im frühen Morgenlicht im Schauplatz ein. Weitere 25 wurden für die Nachmeldung fällig. Legt die flämische Ausgehuniform an!, lautete die Devise auch im fünften Rennen des Frühlings. Neben Regen und Wind hing Kälte im Breidenbacher Grund! | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Pünktlich 10 Uhr 10 wurde das erste Rennen - das der Übriggebliebenen - angepfiffen. Von 24 Masters-3-Fahrern traten sieben nicht an, einer flog in Runde eins raus. Von 11 der Masters erschienen nur sechs, ebenfalls einer stieg am Zielanstieg der ersten Runde aus. Damit rangelte ich mit dem ehemaligen deutschen Kriteriumsmeister Schmelz, dem Mainzer Baumann, dem Leipziger Matzel und dem Nordhessen Slavik ums Treppchen. Mit beiden Letzteren pedalierte ich letzte Woche beim Speiche-Kriterium in Leipzig nahezu auf Augenhöhe. Doch zu Träumen vom Treppchen kam es gar nicht erst. Denn das Grüppchen der alten Masters wurde von den jüngeren schon nach hundert Metern zeremoniell vermöbelt. Nach der ersten von zwanzig Runden hing ich mit dem einstigen Schreckgespenst Slavik und Urgestein Baumann am Schwanz. Etwa in Runde sechs wurden wir von einem Spitzentrio, einem Versprengten und wenig später vom zerrissenen „Feld“ überrollt. Während sich Schmelz und Matzel vorn behaupten konnten, und Baumann und Slavik es verzweifelt versuchten, fiel ich wie ein Stein hinten raus - um anschließend rundenlang allein zu kämpfen und in regennassen Kurven auf dem Rad zu bleiben. Bei der zweiten Überrundung konnte sich der alte Fuchs Slavik im Rudel festbeißen, während Baumann den Moment „verschlief“. Damit war das Podium der Masters 4 mit Schmelz, Matzel und Slavik gemacht. Der Sieger der Masters 3 wurde in einem wahnsinnigen Bergsprint eines Duos ermittelt. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Epilog Im Ziel ergab sich eine Unterhaltung mit einem Betreuer der RSG Frankfurt. Jener bestätigte mir, daß der hiesige Männerbereich individuell trainiert, und die Masters im Frankfurter Raum praktisch „tot“ sind. Von den Social Rides der Denfeld-Gruppe abgesehen, gibt es für mich damit keine Möglichkeit, als Gastfahrer in einem Frankfurter Verein zu trainieren. Wie im letzten Jahr, als ich als Vorbelastung drei Tage vor Breidenbach 160 Kilometer im Taunus unterwegs war, wirkte sich diesmal eine Dreiviertelstunde gegen zahlreiche Eschborn-Frankfurt-Trainierer hinauf zum Feldberg eher negativ aus. Zum Hohn wurde die Rote Laterne der Masters 4 mit 15 Euro Preisgeld belohnt. Ferner schossen mich elf Punkte für die Rangliste auf Rang 39 aller deutschen Masters. Wie in einer bösen Ironie des Schicksals streckte uns der Himmel auf dem Heimweg mit strahlender Sonne die Zunge raus. Nach einer weiteren Schmach ging es für mich jetzt nur noch darum, nicht vollends das Gesicht zu verlieren. Vitus, 20. April 2026, Bilder: Peanut (Bester Mensch der Welt) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| .:: ZAHLEN UND ZEITEN ::. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Wetter: bewölkt mit Niesel, 8ºC, frische Brise (31 km/h) aus Nordnordwest Typ: Rundstreckenrennen Länge: 40 km Am Start: 170 Elite-Amateure: 29, Amateure: 29, Masters 4: 5, Masters 3: 17, U19: 8, U17: 14, U15: 14, U13: 8, U11: 7, Weibliche Klassen: 17, Jedermann: 22 Im Ziel: 156 Elite-Amateure: 25, Amateure: 25, Masters 4: 5, Masters 3: 16, U19: 7, U17: 14, U15: 13, U13: 8, U11: 7, Weibliche Klassen: 14, Jedermann: 22 Masters 4 Gemeldet: 11 Am Start: 6 Im Ziel: 5 1. Bernd Schmelz (TSV Ippinghausen) 1:09:28 3. Jens Matzel (LFV Oberholz) -1 Rd. 3. Viktor Slavik (Melsunger TG 1861) -2 Rd. 4. Peter Baumann (RV Mainz-Finthen) 5. Mario Voland (Dresdner SC 1898) -3 Rd. Ergebnisse Rad-Net | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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