6. WÜRZBURG-MARATHON, 14. Mai 2006
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AUFBAUKÄMPFE
Frankfurter City-Halbmarathon, 5.3.06
Nidderauer Waldlaufmeisterschaften (21,5 km), 22.4.06
STRECKE ¤ VORBEREITUNG ¤ MARATHON ¤ STATISTIK ¤ BILDER
Vom toten Rennen der Kenianer, dem Waterloo der Sachsen und einem tapferen Mädel aus Hessen - Peanuts erstes Mal
 
 
Der Marathon von New York sollte im Herbst 2006 meine Laufkarriere beschließen. Als Brücke würde ein Marathon im Frühjahr dienen. Was trotz der Vielzahl von Marathonläufen im Lande nicht leicht ist. Viele Veranstaltungen sind ruckzuck ausgebucht; andererseits drohen Kollisionen mit Unternehmungen abseits der Laufstrecke. Aus diesem Grunde kann ein langer Prozeß wie eine Marathonvorbereitung immer zu zeitlichen Verwicklungen Seelennöten führen. Aber so leicht werden die Waffen nicht gestreckt. - Nachdem uns verschiedene Schicksalswege und »Südyssen« in der Vergangenheit immer wieder nach Würzburg verschlagen hatten, wollten mein Mädel und ich der alten Bischofsstadt in den fränkischen Weinbergen in diesem Jahr einmal auf dem Weg der mythischen »42,195« huldigen. In Peanut selbst war nach ihrem Dresden-Halbmarathon im Oktober letzten Jahres die Sehnsucht erwachsen, noch mal ein neues Leben auszuprobieren. Würzburg sollte ihr MARATHONDEBÜT werden! Ich wiederum hatte nach meiner Aufgabe in Frankfurt 2005 etwas gutzumachen. Wir bereiteten uns nach den Anweisungen der Plattform »My Asics« und des Seesener Lauflehrers Greif vor.
 
.:: DIE STRECKE ::.
Würzburg ist ein Marathon frei nach dem Motto »von Läufern für Läufer«. Zwischen der Festung Marienberg und steilen Weinbergen malerisch im Talkessel eingebettet, bestand das Rennen aus zwei identischen Runden, die überwiegend in Sicht zum Main lagen. Vom Mainviertel führte eine Autostraße zuerst flußabwärts in den Stadtbezirk Zellerau. Nach einer Wende ging es zurück zu Start und Ziel, und von dort mainaufwärts an die entgegengesetzte Peripherie bis nach Heidingsfeld, und auf der rechten Mainseite über Sanderau in die Altstadt mit ihren historischen Bauten, darunter der zum Welterbe zählenden Residenz. Mit 30 Höhenmetern war die Runde ausgesprochen flach, wegen Versatzstücken aus Schotter und Kopfsteinen jedoch nicht für persönliche Bestleistungen geeignet. Den Streckenrekord hielt Isaiah Sanga aus Kenia mit 2:15:42 Stunden.
 
.:: DIE VORBEREITUNG ::.
Das LAUFTAGEBUCH der 12 Wochen vom 20. Februar bis 14. Mai:
 
1. Wo. (83 km): Eine Zahnextraktion gleich am ersten Tag; und eine Stoppuhr, die im Winter ihren Betrieb eingestellt hatte: Dies waren zwei Dinge mit Symbolkraft gleich zu Beginn der Vorbereitung. Dazu kam der Wegfall meines Trainingsgefährten, der sich den Meniskus verletzt hatte, zum Schnitter mußte, und wochenlang ausfiel. Damit durfte ich wieder alle schweren Einheiten allein machen.
 
2. Wo. (88 km): Kampf bei Flockengewirbel, auf Schneeboden und in knöcheltiefem Matsch. Und das unter Fieber, Müdigkeit, Leere und Fragen nach dem Sinn. Burn-out (chronische Erschöpfung) nennt man das Syndrom, an dem ich schon länger litt. Und am Sonntag ging´s dann gleich richtig zur Sache......
 
.:: DER 1. AUFBAUKAMPF ::.
 
4. FRANKFURTER CITY-HALBMARATHON, 5.3.06
Aus der kalten Hose durch die Kaltfront
 

Erst hatte der Flockenwirbel von Frau Holle die ganze Woche die Straßen von Blech befreit, heute übernahm das ein endloser Wurm von Läufern. Schnee, Nebel und diskreter Frost: Es war kein Rennen für Memmen! Eine kurz vorm Start angereiste Handvoll Ostafrikaner durfte zwei Minuten vor der weissen Welt losrennen: Kenia 9.00 Uhr - Deutschland und der Rest mit Respektsabstand im Geschubse und Gewühl um 9.02 Uhr. Sei´s drum: Nach drei Monaten Hallodritum und nur zwei Wochen Vorbereitung, liefen Peanut und ich den Halbmarathon sowieso aus der kalten Hose.
 
Die Strecke führte aus dem Nordwestzentrum wie gewohnt erst mal leicht ansteigend nach Norden, um nach einer 180-Grad-Kehre im Neubaugebiet Mertonviertel im Gefälle in die Innenstadt zu lotsen. Über die Stadtautobahn ging es vorbei am Bunker Hadrianstraße und am von tiefen Wolken vernebelten Fernsehturm nach Süden, die Piste war ein Stück weit auf dem Marathonkurs unterwegs, führte durchs Nord- und Westend, und traf am Eschenheimer Turm auf den 3 ½ Kilometer langen Cityring (den eine Fluchtgruppe aus Kenia bei meiner Ankunft bereits hinter sich hatte und zurück gen Ziel strebte). Voraus lag nun die Touristenroute über die Hauptwache, über die Kaiserstraße (wo sie noch kein Rotlichtviertel ist), durchs Bankenviertel zum Main, vorbei an Römerberg und Eisernem Steg, und von der Alten Brücke über die Konstablerwache und die Wallanlagen zurück zum Eschenheimer Turm. War mir auf dem Hinweg an diesem Punkt die Spitze begegnet, liefen auf dem Rückweg nun Peanut und ich aneinander vorbei. Dazu hatten sich einige hundert Zuschauer in die Kältekammer unter dem wuchtigen Wehrturm verirrt. Wo es runter geht, muß man auch wieder rauf: Was in Häfte eins noch hurtig hinab führte, war nun in umgekehrter Richtung hinauf zu bewältigen. In meinen Augen hat Frankfurt kein gutes Profil. Und auch keins frei von Winden. Aber für uns war heute sowieso nur Training unter Wettkampfbedingungen. Das Ende vom Lied: Ich kam nach 1:33 Stunden ins Ziel, Peanut beim zweiten Halbmarathon nach 2:12 Std. - Bei den Männern siegte der Kenianer Koech mit einem famosen Streckenrekord von 1:04 Std., bei den Frauen die in Kasachstan geborene deutsche Rekordhalterin über 3000 und 5000 Meter, Irina Mikitenko, in guten 1:13 Stunden.
 
Alles war wie immer beim Frankfurter Halbmarathon: Man kam, rannte, trank einen Tee - und machte rasch den Abflug. Denn direkt nach der Laufveranstaltung wollten die 150 Läden des Nordwestzentrums ihre Türen öffnen. Mittags um eins war das Einkaufszentrum wieder von seiner Kundschaft eingenommen.
 
 
ZAHLEN UND ZEITEN
 
Wetter:
starker Frühnebel, später Sonne, - 1ºC, mäßiger Wind
 
Halbmarathonläufer gemeldet:
3100
Halbmarathonläufer im Ziel: 2589 (M: 2050 / W: 539)
 
Männer
1. Nicholas Koech (Kenia) 1:04:45 (SR)
2. Elisha Sawe (Kenia) 1:04:47
3. Elias Cheboi (Kenia) 1:05:33
346. Kampfläufer Vitus (Frankfurt) 1:33:30 (54. M40)
 
Frauen
1. Irina Mikitenko (Wattenscheid) 1:13:07
2. Prisca Kiprono (Kenia) 1:13:26
3. Viola Bor (Kenia) 1:14:16
416. Peanut (Frankfurt) 2:12:48 (100. W40)
 
Ergebnisse
Championchip
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3. Wo. (62 km): Auf den Halbmarathon folgten Rückschläge. Nach der verfehlten Norm für New York (mir fehlten drei Minunten), traf nun auch die Absage der letzten von drei lizenzierten Reiseagenturen (über die ein Start noch möglich gewesen wäre) ein. NY war ausverkauft und der Traum vom »Big Apple« vorerst ad acta gelegt. Aber jetzt gab´s kein Zurück mehr... Im Zuge einer Konzertreise nach Nürnberg folgte ein Trainingslager auf dem Gelände rund um die Dutzendteiche. Und zwar mit Zuckerbrot für die Seele (Punk und Spiritualität durch Doom) und Rute für den Körper (drei um die Ohren geschlagene Nächte mit schlechter Luft und ungesunder Ernährung). Und das alles bei Winterwitterung und keinem Gedanken an den angesetzten Tempowechsellauf oder gar einen langen Dauerlauf. Es waren alles nur funktionserhaltende Bewegungen.
 
4. Wo. (105 km): Eine erneut desaströse Etappe. Wurde mir doch innerhalb von vier Wochen ein zweiter Zahn rausgerissen. Da hat man 43 Jahre ein kerngesundes Mundwerk und dann bricht das Unheil unvermittelt und brutal über einen herein. Der körperlichen Pein nicht genug, wird man auch noch von der bundesdeutschen Krankheitsindustrie zur Ader gelassen. Wer weder Bonze noch Bettler ist - dem einen löhnt die Privatversicherung, dem anderen die Fürsorge - sprich wer zum arbeitenden Volk gehört, wird abkassiert. Im Klartext: Für ein Implantat forderten die verschlagenen Handausstrecker in Weiß vom Kassenknecht minimum 1600 Euro. Und wie war das im maroden, sozialistischen Einheitsstaat? Kostenlose Behandlung für alle! Es ist was faul im Staate BRD! Aber hier geht´s um Sport. Kurzum: Um größere Katastrophen zu vermeiden, mußte ich erneut zwei Einheiten streichen. Somit blieben als als einzig Konstruktive der 10-Kilometer-Tempolauf sowie zwei Märsche über die 30 Kilometer hinaus, teils mit meiner neuen Trainingskameradin Peanut. Mein Mädel hat am Wochenende die Schallmauer der 30 Kilometer geknackt. Und dies nach nur sechs Monaten Lauftraining. Womit bewiesen war, daß der Marathonlauf der Natur des Weibes artverwandt ist. Durch ihr niedrigeres Gewicht, die günstigere Motorik und ihre Geschmeidigkeit haben Frauen die besseren Ausdaueranlagen!
 
5. Wo. (111 km): Aus Hoch mach Nieder! Jeder kennt sie, die Zeitgenossen, die einem die Arbeit zur Hölle machen. Streßer und Arschlöcher überflüssig wie ein Furunkel im Gesicht. Bei Greif heißt der Feidn »Holger Meier«, bei mir: »No Name«. Schließlich geht´s um Nicht-Person(en). Bekanntlich dürfen Sportler keine Vergeltung üben: der Boxer nicht schagen, der Judoka keinen Arm brechen. Aber wer seinen Zorn diszipliniert und einen schnellen Lauf im Freien herunterprügelt, dem können jene Holger »No Name« Meiers auch hübsche Nebeneffekte schenken - wie die Unterbietung eines Uraltrekordes auf der Fremdenlegionseinheit von 3 x 4000 Meter. Vielen Dank, N.N., für diese schöne Nummer!
 
6. Wo. (63 km): Herr Greif war wieder mal lieb zu mir: 4 x 2500 Meter in 10:15 Min. Ausgerechnet am Tag der Abstiegsschlacht meines Vereins Dynamo Dresden bei Kickers Offenbach. Statt Anfeuerungen in Schwarz-Gelb auf dem Bieberer Berg, ein laktatreicher Abend auf dem Niddauferuferweg. Wer mich kennt, weiß was das bedeutet... Doch das Gefühl für das Marathonziel »2:59« war kein Gutes. Der Kopf war müde und leer, Hüfte und Knie schmerzten, die Muskeln waren am Dauerschreien, und ab Freitag stieg die Operation »Apocalypse«: der totale Niedergang durch drei Tage Schlafentzug und Dauerbezechung beim Festival »Doom Shall Rise« in Göppingen (heilige Pflicht!). Dort ein Steigerungslauf über zehn Kilometer mit einem Dreikämpfer vom Landesleistungszentrum Brandenburg und anderthalb Restumdrehungen. Anschließend war mein Urin voller Blut.
 
7. Wo. (124 km): Nachdem wir bis Mittwoch noch Besuch vom Doom Shall Rise in Frankfurt hatten und die Gedanken für insgesamt sechs Tage überall waren, nur nicht beim Marathon, und Plan P Gestalt annahm (P wie Aufopferung als Pacer für Peanut und deren Ziel 4:30 Std.), folgte ab Wochenmitte neuer Auftrieb mit den 3 x 3000-Meter-Wiederholungsläufen in 12:21 (für die ganz Harten), einem Lauf über 35 und einem über 40 Kilometer. Eine wahre Tortur aber auch fürs Skelett. Brannten mir doch am Ende dieser Woche die Lendenwirbel wie Hölle. Peanut wurde langsam flügge und und lief erstmals 35 Kilometer am Stück (die Marke, an der Baumann scheiterte).
 
8. Wo. (106 km): Ein Abschnitt gleich einer Gefühlsachterbahn. Mit Ernüchterungen: Weil man die 1000-Meter-Vorgaben nicht schafft und die früheren Zeiten um fünf Sekunden verfehlte; weil einem trotz Bierverzichts - man ist fünf Wochen auf dem Wirklichkeitstrip - Gewichtsprobleme plagen; und weil das Einzeltraining längs der Wasserkerbe Nidda unendlich zermürbt. Und dann immer wieder unverhofftes Seelendoping: Mal durch einen alten Mann, der sich als New-York-Starter 1984 offenbarte und mich mit den Worten »Heute trainieren sie die große Runde für den Marathon!« einige Kilometer mit dem Rad begleitete. Dann wieder durch einen Fußballer vom FV Bad Vilbel, der mich seit Jahren auf dem Rundlauf vorbei am Niddasportfeld beobachtet und mich am Sonnabend erstmals um Lauftipps bat: »Ein erfahrener Läufer wie du...«
 
9. Wo. (103 km):
 
.:: DER 2. AUFBAUKAMPF ::.
 
20. NIDDERAUER WALDLAUFMEISTERSCHAFTEN, 22.4.06
(21,5 km)
Operation Limes (Auf den Spuren der Römer)
 
Im Monat des Marathons steht bei Generalfeld Greif ein letzter Kampf über die Halbdistanz an. Wiesbaden-Naurod und Nidderau-Eichen waren die zwei einzigen Empfehlungen in Hessen. Na dann, in die Wetterau, zu den Nidderauer Waldlaufmeisterschaften. Dreißig Kilometer sollten keine Klippe sein. Dachten wir - hatten die Rechnung aber ohne den Rhein-Main-Verkehrsverbund gemacht, der uns auf halbem Wege sitzen ließ. Keine Niddertalbahn ab Vilbel! Per Droschke - was sind schon 25 Euro? - und im Auto einer Anwohnerin, war der Wettkampfort am frühen Nachmittag erreicht. Peanut und ich standen irgendwo im grünen Nirgendwo mit nur einem Zeichen von Zivilisation: dem Waldsportplatz des KSV Eichen von 1888. Ein altes volkstümliches Gelände mit dem Hauch des Damals.
 
Der Lauf war als »leicht profilierte, herrliche Waldstrecke« ausgeschrieben, jedoch ohne Höhenangaben. »Die Stecke ist profiliert, das heißt es gibt schon einige Steigungen, aber ein Berglauf ist es nicht«, hatten die Kurssetzer mir geantwortet. Der Halbmarathon bestand aus drei unterschiedlichen Teilrunden, die eine krumme Distanz von 21,5 Kilometer ergaben. 21
 500 Meter durch den Wald der Ahnen. Denn vor zweitausend Jahren war durch dieses Gebiet die Reichsgrenze der Römer zu Germanien gezogen: der Limes. Einige in sich zusammengefallene Hügelgräber sind die letzten Überbleibsel aus einer lange vergangenen Zeit.
 
Um 16.15 Uhr fiel der Böller. 140 Läufer nahmen den Kampf bei intensiver Sonne auf. Es war zu warm. Dazu hatte ich beim Einstoppen etwas Boden verloren. Ruckzuck war der Weg verstellt. Doch heute wollte ich vorn dabei sein. Durch Gras und Rinnsal hatte ich mich unter die ersten Drei zurückgewühlt (schon vergessen, dieses Gefühl... ein schönes, auch wenn´s nur ein Volkslauf war). Diese Stelle verteidigte ich bis zu einem Anstieg vorm dritten Kilometer. Nicht steil, aber ungeuer lang. Drei und eine Rotte passierten mich. Dazu ein Einzelkämpfer. Finishertrikot, schnittige Frisur, rationale Bewegungen. Ein Ehrgeiziger. Wollte mich abhängen und legte nervöse Verschärfungen ein. Und noch jemand schloß auf. Einer mit Bierkessel aber in Triakluft und mit den feinen Gliedern eines Kenianers gesegnet. Es entbrannte ein Katz-und-Maus-Spiel im steten Auf und Ab über Stein und Schotter, Wurzeln und Moos. Ein Hauen und Stechen, Keuchen und Hecheln mit Kilometern zwischen 4:39 und 3:18 Minuten, vorbei an der Keltensiedlung »Dicke Steine« und mystisch klingenden Orten wie »Aurora«, »Siebenküppel«, »Tiefenborn«, »Toter Mann« und »Steinbrückenschlag«. Zur Halbzeit war der graue Zausel ausgeknipst und ich lief mit dem Tri-Tank um einen Rang unter den ersten Zehn. Auf Hügel nicht vorbereitet, mußte ich eingangs der Schlußrunde passen, und beendete allein durch Unterholz, über Lichtungen und etwas schlampig gesicherte Weggabelungen (eine Fehlleitung vereitelte mehr) den »Ralf-Pagels-Gedächtnislauf« auf der 11. Stelle. - Peanut hatte ich das Unterbieten der Zwei-Stunden-Marke gewünscht. Drei Minuten fehlten. Angesichts unseres Zustands (wir traten ohne Erholung aus dem vollen Training heraus an), und mit Blick auf die nicht leichte und um 400 Meter längere Strecke, machten wir uns erst einmal keine Sorgen. Wettkämpfe bringen Tempohärte, und Hügel Kraft und Stärke. Peanut wird bei ihrem ersten Marathon unter 4:30 Std. bleiben!
 
Dank
an die Macher. Für eine sehr herzige Sache, die mit selbstgebackenen Kuchen am Klubhaus abgerundet wurde... und die wir mit einem Germanentrunk in einer Eichener Pizzeria besiegelten. Aber es war auch ein weiterer Sonnabend in durchschwitzter Kampfmontur, mit wenig Schlaf, viel Verdruß und einem Loch im Geldbeutel. Die Rennschlacht am Limes endete für uns erst zur zehnten Abendstunde.
 
 
ZAHLEN UND ZEITEN
 
Wetter:
sonnig, 18ºC, mäßiger Wind
 
Teilnehmer im Ziel:
290 (21 km, 10,5 km, 5 km, 1,2 km)
 
Halbmarathonläufer
Am Start:
140
Im Ziel: 132
 
Männer
1. Rainer Hett (Oberursel) 1:18:26
2. Jochen Rolle (Friedberg-Fauerbach) 1:21:11
3. Holger Weitzel (Hergershausen) 1:21:22
11. Kampfläufer Vitus (Frankfurt) 1:28:05 (7. M40, 11. Gesamt)
 
Frauen
1. Tina Rudolf (Heldenbergen) 1:35:01
2. Heike Wittern (-) 1:36:08
3. Nicole Töpfer (Offenbach) 1:36:22
21. Peanut (Frankfurt) 2:03:51 (8. W40, 104. Gesamt)
 
Ergebnisse
TV Windecken
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10. Wo. (101 km): Der nahe Kampf bringt immer auch eine Zusammenstellung der Ausrüstungsgegenstände mit sich. Grund, sich einmal aller Jubeljahre auf Einkaufstour in die Laufläden vor Ort zu begeben. Mit lästigem Suchen, Gucken, Fragen, Entkleiden, Anprobieren... Dem nicht genug, wird man auch noch kräftig zur Kasse gebeten. Zwei Kunststoffteile von der Marktmacht in Fernost - »Singlet« (Trägerhemd) und »Raceshort« (Kurzbuxe) genannt - waren kaum noch unter 100 Euro zu haben. Das mußte boykottiert werden. Ab sofort wird meine Rennkleidung aus Heimware sein. Keinen roten Heller mehr für Ass-x! - - Die sportlichen Schlaglichter setzten der Holger/No-Name-Zerbrösel-Lauf (zehn Kilometer auf Anschlag für diese fiese Type), die 3 x 4000 Meter und natürlich der Lange über 35 Kilometer. Fünfunddreißig Kilometer durch die Unbilden des April. Mit Sonne, Sturm und Eisregen als Peitsche in den Augen, und mit erstarrten Unterarmen und Fingern. Aber man hat überlebt.
 
11. Wo. (86 km): Das Ende der Freiheit: Mit dem Erwachen des Frühlings begann auch der Auftrieb der zweibeinigen Schafe. Die Ufer der Nidda waren nun wieder von Radfahrern, Fußgängern, Familien, Kampfmuttis, Kleinkindern, Gassigehern und Senioren zersetzt. Es war kaum noch ein systematisches Zeittraining möglich auf dieser vermüllten Autobahn an der Nidda (und jedes Jahr wird dies schlimmer!). Die Karambolage mit einem dieser Affen brachte mir einen Bluterguß am Unterarm ein. - - Der »15 km-Supertest«, von dem man die Marathonendzeit ableiten kann, und die 6 x 1000 Meter lagen etwas über dem Zeitziel »2:59«.
 
12. Wo. (35 km + 42,195 km = Gesamt: 1108 km): Peanut machte ein gereizter Ischiasnerv zu schaffen. Mit der Folge, daß sie nach zwanzig Kilometern vor Schmerz umknickte. Seit geraumer Zeit ging das so. Handauflegend hofften wir, daß die Nerven noch einmal 42,2 Kilometer halten. - - Das letzte Vierteljahr war fast wie früher. Kein Walkman, keine Pulsuhr, kein Mobilfunk, kein Navi, keine Elektroleiche, kein digitales Chichi, auch keine Gels oder Riegel, keine Glucosegetränke, keine Pulver, Pillen oder sonstige unterstützende Mittel (nur Magnesium aus Aberglaube). Ebenso nicht kamen die Textilien der Hochtechnik oder gar Stützsocken zum Einsatz. All die Fortschritte, all die schönen Geräte... es geht auch ohne! Nur der Mensch allein mit der Natur. Am Ende schlug mein Herz in Doomgeschwindigkeit von 45 pro Minute. Einzig betrüblich war ein um drei Kilogramm höheres Körpergewicht. Aber Blut ist dicker als Wasser, und Muskeln wiegen mehr als Fett!
 
.:: DAS RENNEN ::.
 
6. iWELT MARATHON WÜRZBURG, 14. Mai 2006
Freitag, 12. Mai
 
Wie üblich waren wir mit etwas Vorlauf angereist, um uns mit den Zuständen am Ort vertraut zu machen. Würzburg ist anders. Nicht Banker, Zahlenmenschen oder Krawattenfiguren prägen das Bild der Stadt - in Würzburg dominieren Studenten, Langhaarige und Kuttenträger! - Unsere gebuchte Wohnung lag im besonderen Charme der Altstadt, drei Stock überm »Café Kiess«. Das war schwer, denn wir mußten allen Verführungen widerstehen, während treppab die Welt in einem Duft aus süßem Backwerk und Weißbier versank! - Als Erinnerung an Frankfurt hatte ich einen Hexenschuß mitgebracht. Dazu einen Biß in der Mundhöhle, der das Kauen einschränkte. Ja, und dann war da dieses Kreuz mit Petrus. 25 Grad sagte der Wetterbericht für Sonntag voraus. Gift, Gift, Gift! - Am Nachmittag stand ein leichtes Training von sechs Kilometern in unserem Programm, das wir mit einem Besuch des Messezelts auf dem Freigelände »Viehmarkt« auf der anderen Mainseite verbanden. Den späteren Äthiopienabend mit Folklore und speziellen Gaumenfreuden ließen wir sausen, und lagen um elf im Bett. Nicht in irgendeinem. Wir schlummerten im Schatten der zwei Türme und der kolossalen Kuppel der Hauger Stiftskirche. Sozusagen unter religiösen Weihen!
 
Sonnabend, 13. Mai
 
Um fünf wurde ich wach. Vom Trommeln eines Wolkenbruchs - verbunden mit einem Temperatursturz um zehn Grad. Sollte der Wettergott Mitleid haben? Drei wichtige Punkte standen heute an. Erstens: eine lockere Vorbelastung. Zweitens: der Besuch der Marathonmesse mit Abholen der Startunterlagen und Abgabe der Eigenverpflegung. Und drittens: die Ernährung vorm Rennen. Wobei wir uns - entgegen alter Prinzipien - breitschlagen ließen und an der Nudelfete teilnahmen. Die Umgebung passte, Würzburg war entspannt und frei von Plagen. Plage sollte in anderer Form kommen. Heute war der letzte Spieltag der Fußball-Bundesliga. Damit erfreute man sich pünktlich mit dem Abpfiff über grölende Anhänger. Unter unserem Fenster tobte ein Scharmützel aus Bayern-Meister- und Bayern-Haß-Gesängen, dazu Oden an Werder Bremen... und die Invasion der Eintracht...
 
Sonntag, 14. Mai
 
... »Huuurra, huuurra, die Frankfuuurter sind da.« - »Eiiintracht Frankfuuurt!« Erst war es eine Horde Eintracht-Störenfriede, die nach Mitternacht durch die Blöcke zog. Dann - gegen zwei Uhr - ein Klingelrutscher, der mich hochschreckte. Und schließlich ein Alptraum, der mir endgültig die Nacht raubte. 4.44 Uhr wurde der Spuk vom Wecker beendet. Es war Regen, noch 4 ½ Stunden zum Start, und nach wie vor Krawalltouristen auf der Gasse. Drei Stunden Schlaf: Ich fühlte mich wie aus einer Müllgrube gekrochen. Peanut hatte von alledem nichts mitgekriegt. Nach einem Weißbrot vom »Kiess« brachen wir zu den zwei Kilometern über den Main zum Start auf. Wenigstens regnete es nicht mehr. Denn in Würzburg präpariert man sich im Freien, auf den Mainwiesen. Alles war naß. Das einzige trockene Plätzchen fand sich unter der Friedensbrücke. Um 8.45 Uhr ließen wir die Hüllen fallen, streiften die Trikots über, und dann standen wir in den Startlöchern vorm Festplatz »Talavera«. - Als Strategie hatte ich Peanut mitgegeben, mutig aus dem Mittelblock anzulaufen, um nicht früh in eine Defensive zu geraten, einen Windschatten zu suchen, und sich später an den aus dem Hintergrund aufrückenden Zugläufer mit dem Ballon »4:29« zu heften. Meiner mit dem Zeitziel »2:59« wartete etwas weiter vorn. Respektive: auf der Startlinie! Das hatte ich nicht erwartet, und stattdessen den Ballon dahinter angepeilt. Jener trug aber die Ziffern »3:29«! Ich peilte es beim Herunterzählen des Sprechers. »Noch 40 Sekunden... noch 30...« Dank der fehlenden Absperrung gelangte ich jedoch auf den letzten Drücker nach vorn. »Noch 20 Sekunden...10...«
Kilometer 0 bis 10: Von der Talavera in die Zellerau und zurück bis Heidingsfeld
 
Um 9 Uhr ertönte ein dumpfer Kanonenschlag. START! Eine dichte schwefelgelbe Rauchwolke verhinderte die Sicht. Nichts wie ran an den Pfaff mit dem Ballon! Nach dreihundert Metern - flankiert von den Hunderten an der Friedensbrücke - war ich dran. Ganz ungewöhnlich kühn ging es nach vorne weg. Die Auftaktmeilen zeigten auf eine Endzeit von 2:45 Stunden! Nun zog sich die Strecke durch die schmucklose Zellerau, um nach einem Richtungswechsel am vierten Kilometer wieder auf die Mainaustraße und in umgekehrter Richtung zurück zum Startplatz zu führen. Auf der Gegenspur rannte Peanut mir entgegen. Gleich dahinter der lange knieverletzte Trainingskumpel Jockel. »Mario, hau einen raus!«, konnte ich gerade noch aufschnappen. Ja, es lief klasse anfangs, im Formationsflug mit Tempomann Schmidt & Gattin, der späteren Vierten Back. Nach einem Ab und wieder Auf über die Mainwiesen führte die Strecke flußaufwärts - anfangs über den Asphalt der Saalgasse, und weiter über eine nasse Schotterpiste längs zweier Sportgelände. Schweres Geläuf, das einem direkt die Kraft aus den Muskeln sog. Obendrein riß der Himmel auf. Nach dem Regen wirkte die Sonne wie ein Brennglas. Im Würzburger Kessel dampfte es. Kein Wunder, daß die Reben in so einem Treibhaus prächtig gedeihen. Nach zehn Kilometern war ich naß bis auf die Knochen. Früh war der Punkt erreicht, an dem sich der Kampf zwischen Kopf und Körper entscheiden mußte. Mit dem davoneilenden Blitz aus Würzburg feierte auch die chronische Erfolgslosigkeit ihren Fortbestand. Derweil flitzten im grellen Gegenlicht zwei Schwarze schon wieder Richtung Altstadt: die späteren Ersten aus Kenia. Und: In einer Hausunterführung trieben fünf Langhaarige mit speedmetallischen Mara-Tönen vorwärts!
 
Kilometer 11 bis 20:
Von der Wendeschleife Heidingsfeld mainabwärts in die Altstadt
 
Im verlassenen Heidingsfeld ganz im Süden konnte ich die Geschwindigkeit zumindest stabilisieren. Über den Betonkoloss Adenauer-Brücke wurde der Main hinüber zum Frauenland gequert. Drüben angekommen, windete sich die Strecke durch eine Tunnelröhre unter der Brücke hindurch... und gelangte - wieder im Licht - auf den endlos langen Ludwigkai. Außer einigen knutschenden Pärchen herrschte auch im Wohngebiet Sanderau Leere. Alles maustot. Unterdessen zog ein Lüftchen auf, die Kilometerzeiten stiegen dramatisch an, und ich verlor Platz um Platz. Der Weg führte hinab zum Main und dem Wasser folgend nach Norden. Links öffnete sich die Bilderbuchkulisse aus den zum Himmel stehenden Weinbergen mit der Wallfahrtskirche Käppele, der weiß leuchtenden Festung Marienberg und den Weingütern auf ihren Höhen. Die Alte Mainbrücke wurde unterquert. Mit ihr setzte es erstmalig Gänsehaut meterdick. Denn in den Mauern der Ahnen wartete ein Heidenspektakel allerersten Kalibers. Menschen rappelten mit Rasseln und Trompeten und entfachten Schlachtengesänge in vielen Reihen. Umringt von diesem Knäuel schlängelte sich die Strecke in die Altstadt und auf den inneren Ring aus Pflastergassen, schrägem Gewinkel und den wiederhergerichteten Baudenkmälern der Stadt. So der Augustinerkirche, dem Juliusspital, dem Residenzschloß, der St. Michaelskirche, dem romanischen Dom, sowie dem Markt mit dem üppig verzierten Falkenhaus und der Gotenkirche Marienkapelle am Kilometer 20. Daß es am 16. März 1945 Bomben auf Würzburg hagelte und die Innenstadt nahezu zerstört war, ließ sich heute kaum noch erahnen. Nur einige Narben und Lücken sind geblieben. Harter Rock hallte durch die Straßen.
 
Kilometer 21 bis 30:
Wieder im Mainviertel, durch die Zellerau mainauf nach Heidingsfeld
 
Nun führten die Steine der Alten Mainbrücke mit einem wunderschönen Blick auf die Marienbergsilhouette wieder aufs linke Mainufer und zum Ende des ersten Halbmarathons auf dem Viehmarkt. Über eine knackige Rampe war wieder die Mainaustraße erreicht. Die zweiten 21
 097 Meter waren eine Blaupause der ersten: Kahlschlag in der Zellerau (dafür ein Bekannter im Gegenverkehr: vom »Runtime Error Team« Passtschon98: Achim W.), Rambazamba dann wieder auf den Mainwiesen, und Stille längs der Sportplätze an der Mergenthaler Straße. Schändlicherweise befand sich ausgerechnet der ominöse 30. Kilometer - die sogenannte »Mauer« - auf tiefem Schotter. Meine Kilometer stiegen über die Fünf-Minuten-Marke. Ein drahtiger Senior mit muskulösen Schenkeln, Fönfrisur und Firmenleibchen von Bosch schloß auf. Einer der Spezies Bürotyrann. Und groß war die Schmach: der Zausel war schneller. Auch zwei weibliche Perpetuum mobiles ließen mich tänzelnden Schrittes stehen. »Bald kommt die Altstadt, dort denkt man nicht so viel nach.« War das Trost oder Frotzelei?
 
Kilometer 31 bis 40:
Noch mal von Heidingsfeld über Sanderau mainab in die Altstadt
 
Die Metal-Band Beyond Tomorrow half mir über die Qualen am 31. Kilometer... und auf dem Rückweg vom alten »Städtle« Heidingsfeld noch mal über den vierunddreißigsten Kilometer. Hailsgrüße für den Einsatz, Beyond Tomorrow! Der lange Ludwigkai war dann so was wie das totale Waterloo. Halb mit dem zerstörten Motiv hadernd, halb in Gedanken bei Peanut und deren ersten Grenzgang im Leben fiel meine Geschwindigkeit ins Bodenlose. Bis zwei Meilen vor Ultimo eine schnaufende Dampflok aufschloß - und mich passierte. Nicht der Geist von Emil Zatopek - ein alter Mann mit Jungmädel im Schlepp. Das reichte! Mit dem von Greif ausgerufenen Endbeschleuniger verschärfte ich das Tempo um eine Minute - und im Handumdrehen war die laufende Lokomotive niedergemacht. Ebenso die kilometerlang in Sichtweite vor mir hergelaufene Speiche mit dem im Hinterkopf einrasierten »Un tschüs«.
 
Kilometer 41 bis 42,195:
Über die Alte Brücke zum Endpunkt
 
Nun war die Lust auf mehr erweckt: Im Sturm über die Rumpelpiste der Altstadt rückte plötzlich auch der schon weit enteilte Graukopf von Bosch wieder ins Visier. Ich kämpfte mich ran - und hängte ihn auf dem Marktplatz ab. Nun noch der Schlußspurt zwischen den barocken Heiligenfiguren der Mainbrücke hindurch, zwei Weitere abgefangen, zwei finale Haken nach rechts, und dann war das Zielbanner erreicht - wo die digitalen Welten auf wundersame Weise bei »2:00:00« angehalten hatten. Weltrekord! 3:17:19 lautete der desaströse Endstand unterdessen für mich.
 
Zur gleichen Zeit waren bei Peanut am Kilometer 33 die Ischiasbeschwerden wieder aufgebrochen. Mit der Folge, daß sie den 4:29-Mann nicht mehr halten konnte. Doch Peanut bewies Standhaftigkeit und Kampfeswillen und biß sich allein durch. Der Leidensweg währte bis zum 39. Kilometer. Dort fielen ihr alle Schmerzen ab, sie bekam die zweite Luft und überholte noch etliche Läufer. Peanut bezwang zum ersten Mal den Nimbus der 42 Kilometer und lief dabei nach 4:32:41 Stunden verblüffend locker und souverän im Mittelfeld in die ZIEL-Gerade ein! Keine andere als die deutsche Kanulegende Birgit Fischer hatte für dieselbe Distanz in New York 5:12:00 Stunden benötigt...
 
Lange zuvor war der Kampf der Männer zu Ende gegangen. Große Namen fehlten in der Siegerliste. Wegen seinen niedrigen Preisgeldern wird Würzburg von den Granaten gemieden. So kam das dritte Glied zum Zug. Nach einem Skandal - erst wurde ihnen durch Streckenposten zur Halbzeit der Tempomacher entzogen (weil der mit Halbmarathon-Nummer unterwegs war), dann wurden sie auch noch vom Führungsfahrzeug, von Krädern und Halbmarathonis im Schlußspurt behindert - waren die Kenianer Loywapet und Kurgat in einem toten Rennen am grünen Tisch salomonisch als Doppel-Sieger erklärt worden. Die Zeit von 2:16:01 Stunden redet eine deutliche Sprache zu den Bedingungen. Den Kampf der Frauen entschied eine Ukrainerin für sich.
 
 
FAZIT
 
Licht (abwechslungsreiche Strecke, familiäre Organisation, kurze Wege) und Schatten (tote Abschnitte, ruckeliges Geläuf, fehlende Großuhren) gleichermaßen. Von 5358 Angetretenen machten nur 1283 die 42,2 Kilometer. Und ncht alle schafften sie unter 5:30 Stunden. Manche waren aus der Zeit gefallen. Wirkung: Für Rekordjagden ist Würzburg nicht zu empfehlen. Allerdings wollen die Macher für 2007 einen neuen Kurs entwerfen: nicht zwei Halbmarathon- sondern eine Marathon-Runde von 42 Kilometern! In der Wahl zu Deutschlands Marathon 2005 landete Würzburg unter 150 Bewerbern immerhin auf dem 11. Platz und im Freistaat Bayern auf Rang 2 (hinter München). Das »iWelt« im Titel tut allerdings echt weh. Eine Auskunft zum Material: Wir liefen mit Asics GT-2110 (Peanut) und Asics Gel DS Trainer XI (Vitus).
Der Kampf in einer BILDERTAFEL... anklicken............
Neben Teilnehmermedaillen in Form einer 6 (für den sechsten Würzburg-Marathon) gab es im Ziel ein Wiedersehen für mich mit einem Bekannten vom Dresden-Marathon. Der Berufsläufer Cornelius Matei (heute von WoW Düsseldorf und Sporthaus Cierpinski unterstützt), hatte nach 3:07 Stunden seinen elften Marathon 2006 beendet. Dazu floß auch das erste Bier seit fünf Wochen. Erdinger vom Faß. Vorgetäuschtes und richtiges! Und dann das bange Warten...
 
... auf den Abpfiff in der Zweiten Liga. Würde Dynamo die Klasse halten? Nach einem 3:1 Auswärtssieg in Rostock benötigte Dresden Hilfe aus Bochum. Doch die spuckten der Sportgemeinschaft in die Suppe. Die bereits Aufgestiegen schossen das notwendige Siegtor gegen Unterhaching (absichtlich?) nicht. Schwarz-Gelb stieg dadurch ab. Konnten wir jetzt noch eine Abschlußfeier machen? Würzburg wurde mit einer Kneipentour durch die Altstadt besiegelt. Wir haben etliche Frankenschoppen gezwitschert. Es blieb eine große Leere...
 
Montag, der 15. Mai...
 
... startete mit einem schweren Weinkater. Aber schon der Radiowecker verkündete Heilung. Whitesnake sangen »Here I Go Again«, und im Gegensatz zur Magath´schen Erkenntnis »Finger weg vom Alkohol!«, war eine Stunde später das ersehnte Weißbier im »Kiess«, so hoch wie die Heiligen auf der Alten Mainbrücke, vernichtet. Endlich trinken und essen was und soviel man will. Anders wären die Schmerzen nicht zu ertragen gewesen - um darauf den schweren Rückzug aus Franken anzutreten.....
 
 
Dank und Respekt
an die neue Marathona Peanut für das eiserne Mitziehen. Es war der blanke Wahnsinn!
 
 

Kampfläufer Vitus, 17. Mai 2006
 
.:: ZAHLEN UND ZEITEN ::.
Wetter: sonnig, 20ºC, leichter bis mäßiger Wind, 75 % Luftfeuchtigkeit
 
Gesamtteilnehmer
(Marathon, Halbmarathon, Sportwandern, Mannschaften)
Gemeldet:
5358
Im Ziel: 4094 (M: 3139 / W: 955)
 
Marathonläufer
Gemeldet:
1444 (M: 1274 / W: 197 / Nationen: 27)
Im Ziel: 1283 (M: 1119 / W: 164)
 
Männer

1. Samson Loywapet (Kenia) 2:16:01
1. Eluid Kurgat (Kenia) 2:16:01
3. Sascha Burkhardt (Deutschland) 2:26:24
4. Christian Sticker (Deutschland) 2:28:22
5. Frank Honold (Deutschland) 2:32:34
6. Marco Diehl (Deutschland) 2:33:00
 
Frauen
1. Olga Nevkapsa (Ukraine) 2:39:57 (SR)
2. Monika Hirt (Deutschland) 2:52:12
3. Esther Heinold (Deutschland) 2:54:21
4. Friederike Back (Deutschland) 2:58:27
5. Julika Fidjeland (Deutschland) 3:04:12
6. Sabine Dollinger (Deutschland) 3:10:21
 
Kampfläufer Vitus
Startnummer: 898
Nation: Deutschland
Zeit: 3:17:19
Platz: 223 von 1283 Gesamt
Platz: 212 von 1119 bei den Männern
Platz:
41 in Klasse M45
Zwischenzeiten
1. HM: 1:30:48
2. HM: 1:46:31
 
Peanut
Startnummer:
897
Nation: Deutschland
Zeit: 4:32:41
Platz: 1157 von 1283 Gesamt
Platz: 128 von 164 bei den Frauen
Platz: 38 in Klasse W40
Zwischenzeiten
1. HM: 2:14:34
2. HM: 2:18:07

 
Ergebnisse

Championchip